I.G. mini-sail

aktualisiert   18.01.2020 Berichte 

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 Erfahrungsbericht von Dieter Klee mit dem Zeesboot

Liebe Mini Sailer

Ihr kennt sicher auch das Problem:

Man baut ein neues Model und es steht von Anfang an unter keinem guten Stern.

 Ich habe mit meiner Frau manchen schönen Radurlaub an Nord- und Ostseeküste verbracht. Vor einigen Jahren waren wir auf der Halbinsel Darß an der Ostsee. Die Landschaft eignet sich sehr gut zum Radeln. Es gibt Kiefernwälder, schöne Städtchen, wunderschöne reetgedeckte Häuser und auf dem Bodden segeln Zeesboote.

Zeesboote sind ehemalige Fischerboote die mit Schleppnetzen gefischt haben. Die Schleppnetz-Fischerei wurde 1980 verboten und damit wurden die Boote “arbeitslos”. Einige Segler nahmen sich die Boote vor, restaurierten sie und dann wurde sonntags nachmittags „gesegelt“. Wenn sich zwei Segler treffen, heißt das automatisch: Regatta! Es wird ernsthaft mit Groß, Fock, Klüver, Besan und Top gefahren, im Rahmen der technischen Möglichkeiten und dem Alter der Boote entsprechend angepasst. Es gibt weder Geschrei noch Protest.

An einem Sonntag während eines Urlaubs ergab sich die Gelegenheit auf einem Boot mit zu segeln, allerdings kein Regattatreffen! Wir waren kaum aus dem Hafen, als der Skipper meinte: Wer sich traue kann an die Pinne. Das war DIE Gelegenheit für mich. Ich habe auf der Möhne Talsperre segeln gelernt. Welch ein Unterschied, mein Ausbildungsboot war aus Sperrholz. Das Zeesboot hatte 4 cm Eichenplanken. Es war ein herrliches Gefühl. Irgendwann hieß es, „wir müssen zurück“. Meine Frage an den Skipper: Wende oder Halse? Seine Antwort: Das ist Ihnen überlassen. Es war mäßiger Wind, also Halse. Ich habe das Boot zurück gesegelt und ganz sachte an den Steg gelegt. Der Skipper war zufrieden und ich im “Seglerhimmel”.

Wieder zu Hause zurück, kam mir der Gedanke auf ein Zeesboot als Modell. Da Willi Hoppe meine bisherigen Segler gezeichnet hatte wurde ich mit meiner Frage bei ihm vorstellig: Kannst Du ein Zeesboot zeichnen mit 145cm Rumpflänge? Nach kurzer Zeit hatte ich den Riss auf dem Tisch. Also begann ich Spanten zu sägen, aufzustellen und zu beplanken. Allerdings ließ sich das Typische „Rundheck“ von mir nicht richtig umsetzen. Also „Anmachholz“ gebaut. Ich plante um auf „Spitzheck“. Wieder Spanten sägen, aufstellen, beplanken, schleifen, spachteln, Anstrich, Aufbauten. Ein wunderschönes rotbraunes Zeesboot-Segel hat Willi genäht.

Die Tage vergingen und erste Tests am Wasser standen an: Überraschung dort, denn das Boot wendet nicht, es geht nicht durch den Wind. Ich vergrößerte die Ruderfläche. Leider keine Besserung. Dann versetzte ich das Schwert 3 cm nach vorn und versuche mein Glück erneut. Zum Glück war ich allein am Phönix See in Dortmund. Das Modell segelt rückwärts besser als Vorwärts. Es verfängt sich am Steg der großen Segler des Sees. Ich muss über einen Zaum klettern, das Modell „befreien“, wieder über den Zaun und dann ratlos nach Hause. Das Boot steht nun im Bootskeller.

Mein Sohn ist Elektrotechniker, sein Schlagwort zum Spaß: 90% der Fehler sitzen vor dem Gerät.

Wenn EINER einen Rat hat: meine Telefon Nummer 02932 / 22641. Denn Aufgeben gilt eigentlich NICHT!

Gruß Dieter Klee   

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 Modell bei der 1. Probefahrt

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FZ16

Zeesboot Blondine FZ16

Baujahr: 1930, Jarling Werft Wolgast

Länge: 11,65 m

Breite: 3,65 m

Tiefgang: 1,10 m - 2,75 m

Gesamtsegelfläche: 110 m²

Heimathafen: Althagen

Kommentar von Willi Hoppe

Nach Abbildungen in einer Broschüre aus dem Meeresmuseum in Stralsund sind meine Zeichnungen entstanden. Hiernach sitzt das Senkschwert ziemlich in Rumpfmitte und Dieter hat es auch so gebaut. Wie diese Boote gesegelt wurden ist mir fremd und welche Segel wann gesetzt wurden. Im Kurier wurde mal darüber berichtet, aber, das ist mir entfallen. Denn so, wie Dieter’s Boot auf dem Foto oben, sitzt der Segelschwerpunkt hinter dem Lateralpunkt der durch das Schwert bestimmt wird. Hierdurch entsteht die Tendenz zum Anlufen und damit verbunden, das rückwärtige Treiben. Generell sollte der Segelschwerpunkt vor dem Lateralschwerpunkt liegen, dann springt das Boot leichter an. - Um nun einen bestimmten Kurs zu segeln, müßten alle Segel entsprechend eingestellt werden, damit nicht dauernd mit dem Ruder korrigiert werden muß. Ist der weit aus ragende Klüver gesetzt, rückt der Segelschwerpunkt weiter nach vorn und es könnte besser ausgehen. Also nochmals testen. Sollte das nicht genug helfen, ist der Besan zu verkleinern, oder sogar der Kiel nach achtern zu versetzen, bzw. nach achtern zu vergrößern.

Einen Testrumpf mit Rundheck habe ich gebaut. Aber ich muß zugeben, der Übergang vom Kiel zum überstehenden Heck ist nicht einfach zu bewerkstelligen. Aber mit eingeweichten Abachileisten 2x10 war es möglich. Das Boot selber habe ich nicht fertig gebaut, sondern den nackten Rumpf an einen anderen Liebhaber abgegeben.

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