I.G. mini-sail

aktualisiert am: 24.10.2018

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  Da liegt sie nun - stolz wie einst ragen die Masten 60 m in die Höhe des insgesamt 96 m langen Flaggschiffes der englischen Marine. Mit ca. 270 Jahren ist sie das älteste in Dienst befindliche Kriegsschiff. Noch immer könnte sie mit ihrer 50 Kanonen bestückten Breitseite jedem Gegner das fürchten lehren. Wo, im Hafen von Portsmouth, mit der größten königlichen britischen Werft. Und damit sie noch lange dort liegen kann, natürlich in einem Trockendock. Sie kann auf eine lange mehr oder weniger rühmliche Geschichte zurück blicken - wie viele andere Segelschiffe auch.

  gekürzte Nacherzählung nach Noel C.I. Hackney

  Die HMS VICTORY wurde 1759 auf Kiel gelegt und nach 6-jähriger Bauzeit 1765 fertiggestellt. Der Rumpf maß von der Gallionsfigur bis zum Heckbord 69 m. Die größte Breite betrug 15,8 m. Tiefgang ca. 8 m. Der Rumpf wurde doppelt beplankt. Überwasser waren die Planken ca 11 cm dick. Die 3 Decks wurden mit insgesamt 104 Kanonen bestückt. Doch zu diesem Zeitpunkt wurde kein Schiff dieser Größe benötigt, so lag sie ohne Masten 13 Jahre in Reserve. 1778 folgte ihr erster Einsatz in einem Seegefecht. Danach folgten mehrfache Außerdienststellungen und wieder Aktivierungen unter verschiedenen Admiralitäten. Durch die Seeschlachten gab es oft größere Schäden und das Schiff mußte mehrfach überholt werden auch wurde der Kupferbelag von 17 t erst 1780 angebracht zum Schutz gegen den Bohrwurm. Doch erst 40 Jahre später 1805 gelangte die VICTORY unten Admiral Nelson zu Ruhm, wo sie an der Schlacht von Travalgar wesentlich beteiligt war. Doch Lord Nelson wurde von einer Musketenkugel getroffen und verstarb gegen Ende der Schlacht. Die Briten konnten sich in der Schlacht gegen die Franzosen behaupten. Die VICTORY kehrte nach der Schlacht nach England zurück und wurde repariert.    Danach folgten noch mehre Einsätze mit verschiedenen Aufgaben und in verschiedenen Seegebieten. 1903 wurde sie ausgemustert und lag bis 1922 im Hafen von Portsmouth vertäut, wo sie unter anderem als Flaggschiff des Flottenbefehlshabers diente. 1922 wurde sie dann wegen ihres schlechten Zustandes ins Trockendock gebracht, umfassend restauriert und in dem Zustand versetzt zur Zeit Lord Nelsons. -  Im im zweiten Weltkrieg wurde das Schiff wieder beschädigt durch eine Fliegerbombe und abermals repariert.

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Die VITORY kann man in Portsmouth besichtigen. Sie befindet sich in einem historischen Hafenteil im Trockendock und ist komplett vom Kielschwein bis zum Oberdeck begehbar. Nur noch wenige Geschütze an Bord sind echte Kanonen aus der damaligen Zeit. Der Rest wurde durch Geschützattrappen ersetzt, um das Museumsschiff optisch aufzuwerten und um den Eindruck eines voll bestückten Kriegsschiffes zu gewährleisten. Die Verwendung von Attrappen hat statische Gründe,  durch die Trockenlegung hat die Tragkraft des Holzes nachgelassen und könnte zu Schäden führen.

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Mein Modell von 1,2 m Länge entstand ganz aus Holz ( nur die kleinen Blöcke und Kanonen sind aus Plastik), in 3-facher Größe nach einem Plastik-Modell von Revell und dem beigegeben, sehr ausführlichem  Takelplan. Hierdurch konnte ich die Takelung weitgehend vorbildähnlich gestalten. Um das Modell schwimmfähig zu machen habe ich einen vorn abgeschrägten Flachstahl 10 x 100 x 500 mm mit 2 Schrauben an den Kiel befestigt. - Ungefähr 15 Jahre später erhielt das Boot ein Ruderservo, so konnte die größere Ruderatrappe bewegt werden. Das brachte den Vorteil, dass der Kurs korrigiert werden konnte und so das Schiff nicht in einem Gebüsch anlandete. Natürlich segelte das Schiff fast nur mit achterlichen Winden, denn an eine Segelverstellung war vor 50 Jahren nicht zu denken. Es sollte ja auch nur ein schwimmfähiges Standmodell sei. Eine Segelverstellung bei einer vorbildähnlichen Takelung ist kaum zu bewältigen, denn hierzu müßten an meinem Modell am Hauptmast 16 Leinen bewegt werden. Nicht umsonst waren zur aktiven Zeit ca. 220 Seeleute und ca. 400 Soldaten an Bord.  Willi Hoppe

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