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aktualisiert am: 17.05.2017 Termine 

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 Ahoi I.G. mini-sail

1987 fuhren wir zum 1. mal mit meiner PIPI zu einem Treffen mit Segelschiffsmodellen nach Mönchengladbach. Hierzu hatte Gerd Neumann unter dem Namen mini-sail eingeladen - minisail ist die Idee möglichst vorbildgetreue Segelschiffsmodelle zu bauen und diese auf dem Wasser ferngesteuert so gut wie möglich zu segeln, gemeinsam Spaß am Segeln zu haben und Erfahrungen auszutauchen - und er hatte dazu einen Wettbewerb für Modellsegelschiffe ausgearbeitet. Gleichzeitig wurde das Treffen auch zur Gründung der Interessen-Gemeinschaft mini-sail genutzt. Hierbei meldete ich mich auch als Mitglied an. Angeregt zur Gründung hat das Deutsche Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven durch die Spende von 4 Pokale in Form von Hansekoggen, aus Messing getrieben. Nun war es Pflicht und selbstverständlich weitere Treffen und Wettbewerbe auszurichten. Da die Mitglieder der I.G. aus ganz verschiedenen Teilen Deutschlands kamen, war es nötig, das wir immer von einem ansässigen Verein unterstützt wurden. So fanden denn die Wettbewerbe und weitere Treffen über ganz Deutschland verteilt statt, von denen ich als Mitglied viele besucht habe und auch ein wenig darüber schreiben möchte. Alle bekomme ich sicher nicht zusammen - aber ich starte mal den Versuch. Also los ging es in Mönchengladbach:

einladung

Dann gab’s noch eine Klasseneinteilung und Bewertungsrichtlinien

Bewertungsgrundlage für mini sail – Wettbewerbe

Klassen : Definition

Klasse A Rahgetakelte Schiffe Schiffe, deren Hauptbesegelung an Rahen gefahren wird. Nicht zu den Rahschiffen zählen Schiffe die zusätzliche Segel an speziellen Rahen führen, z.B. Toppsegel – Schoner Schiffe mit Breitfock etc.

Klasse B Plattboden - Schiffe Schiffe, die nach der Rumpfform und in täglichen Gebrauch bei niedrigem Wasserstand auf Grund gesetzt werden, um bei Hochwasser ihre Fahrt fortzusetzen. Typische aufholbare Seiten - und Mitteischwerter.

Klasse C Mehrmastige längsgetakelte. klassische Schiffe Die klassischen Schiffe der Jahrhundertwende: mehrere Vorsegel, gaffelgetakelt, mehrmastige Renn- und Arbeitsschiffe; Ausnahme: auch einmastig, wenn die Takelung der in der Klasse C fahrender Mode1le entspricht und das Vorbild vor 1950 gebaut ist.

Klasse D Einmastige, längstgetakelte, moderne Schiffe Schiffe mit modernem Rigg: Hochtakelung wenige Segel, moderne Rumpfform, auch Mehrrumpfboote. Ausnahme: auch mehrmastig, wenn ein modernes Rigg gefahren wird und das Vorbild nach 1950 gebaut wurde.

Fahrprüfung und Bewertung

Ideale technische Bedingungen Die Startstelle sollte so groß sein, daß mehrere große Modelle gestartet oder aus dem Wasser genommen werden können. Der Steg sollte so ausgerichtet sein, daß bei allen Windrichtungen gestartet und mit Aufschießer angelegt werden kann. Er sollte mindestens 5 m ins freie Wasser ragen, wobei eine Wassertiefe von o,4 m als geringste Tiefe zu betrachten ist. Der Steg sollte ca. 2 m breit sein und sich nicht mehr als 0,15 m über den Wasserspiegel erstrecken. Skizze 1

Die Kurs - Bojen An der, als Grundlinie dienenden Leine, werden zwei Strecken von ca. 25 m min.15 m durch drei Bojen markiert. Die ausgespannte Leine ist so schwenkbar, daß der Wind immer unter 90° einfallen kann. Eine Luv-Boje befindet sich ca. 50 m, min. 30 m luvwärts der Bojen-Leine. Sie ist so zu setzen, daß jederzeit eine Kreuzstrecke zu einer der Außen-Bojen entsteht. Nach jedem Lauf der Wettfahrt ist die Lage der Bojen zum Wind zu prüfen und notfalls zu korrigieren. Die Bojen-Leine sollte ca. 10 m vor der Stegspitze liegen. Alle Bojen tragen einen Verklicker und sind so an der Leine befestigt, daß ein Modelltiefgang von 0,4 m nicht behindert wird. Das Viereck ist durch Bojen mit 3 m Abstand markiert; dabei sind 10 m freies Wasser rundum zu gewähren. Skizze 2

Die Fahrbewertung Die Model1e aller vier Klassen haben zwei Aufgaben zu erfüllen die fehlerfrei gefahren, 100 Punkte erbringen. Die Punkte aus den einzelnen Läufen werden addiert und gemittelt. Bei mehr als zwei Läufen kann ein Ergebnis gestrichen werden. Beispiel: 3 Läufe: 72 Pkte. 84 Pkte. 70 Pkte. ; 72 + 84 = 156 : 2 = 76 Pkte.

Aufgabe 1: Kurs - und Manöver - Fahren auf der Bojen - Strecke bzw. dem Dreieck. Klasse A Rahschiffe gemäß Skizze 3 Klasse B Plattboden - Schiffe gemäß Skizze 4 Klasse C + D längegetakelte Schiffe gemäß Skizze 5

Aufgabe 2: Mann über Bord Manöver im Viereck Für alle Klassen die gleiche Aufgabe.Das Modell durchfährt das Viereck macht sein Manöver und soll, wenn es seinen eigenen Kurs im Viereck kreuzt klar zum Stillstand kommen. Ein Teil der Gesamtlänge des Modells muß im Viereck sein.

Skizze 6

Der Punkteschlüssel In allen Klassen gibt es für die Aufgabe 1: 80 Punkte, für die Aufgabe 2: 20 Punkte Alle Einzelmanöver (Wende, Halse) können einmal wiederholt werden. Dabei wird dann die Punktzahl für dieses Manöver halbiert. Beim zweiten Versuch darf der Motor eingesetzt werden, - ebenso zum Ereichen der Startposition. Die Benutzung des Motors ist dem Wertungsrichter anzusagen; sie sollte optisch oder akustisch angezeigt werden. Bojen - Berührung auf der ,,richtigen Seite" ist erlaubt. Bei der Verwendung von Hilfskielen oder deutlich vergrößerten Rudern bzw. Kielen werden von den erreichten Fahrpunkten 10 Punkte gestrichen.

Punkte - Aufteilung

Aufgabe 1: Kurs - und Manöver – fahren

Klasse A : Wende 20; Halse 12; Wende - Boje 6 Punkte

Klasse B Wende 16; Halse 12; Wende - Boje 6 Punkte

Klasse C + D Luv - Boje 12; die übrigen 8 Punkte

Aufgabe 2: Man über Bord - Manöver

Alle Klassen Durchfahren des Viereck 4 Punkte Aufschießer im Viereck 16 Punkte

Die Baubewertung Alle Modelle nehmen en einer Baubewertung teil. Die Bewertung der Modelle erfolgt nach den Kriterien: Ausführung des Modelle max. 50 Pkte. Eindruck und Wirkung max. 10 Bkte. Umfang der Arbeit max. 20 Pkte. Maßstäblichkeit der Teile max. 20 Pkte.

Die Baubewertung richtet sich nach den NAVIGA - Regeln.

Bonusregel Für zusätzliche Funktionen, die beim Fahren gebraucht werden, z.B. Heben und Senken der Seitenschwerter, Backstagen etc. bis 5 Pkte. Für mehrere extra bediente Segel, z.B. Vorsegel, Rahsegel an verschiedenen Masten etc. bis 10 Pkte. Setzen und Bergen von Segeln über Funk, z.B. vor dem Aufschießer, bei veränderter Windstärke etc. bis 20 Pkte. Spezielle F 7 - Funktionen, z.B. Nebelhorn, Motorgeräusch, Beleuchtung, Flaggensignale, etc. sind gesondert zu Werten.

Die Bonuspunkte werden den Baubewertungspunkten zugerechnet

kurs
pokale

In Mönchengladbach hatte ich viele schöne Schiffe bewundert, mein Oldtimer Modell “PIPPI” nach Colin Archer, ein gutmütiger Segler war dagegen sehr einfach gehalten. Aber nun hatte mich der Ehrgeiz gepackt und ich wollte auch ein besseres Modell für den nächsten Wettbewerb haben. Im Januar war ich auf der boot in Düsseldorf, dort hatte ich mich für die neuen Konstruktionen der Admiral’s Cupper interessiert. Und so beschloß ich einen Cupper zu bauen. Einen Prospekt hatte ich von den Schütz-Werken über die Boote erhalten, und auf Anfrage erhielt ich auch noch Zeichnungen. Und in ca. 7 Monaten erstellte ich den 1-toner CONTAINER so gut und genau ich nur konnte.

Meine Mühe wurde dann auch beim nächsten Wettbewerb 1988 in Lahr am Schwarzwald mit einem “Goldschiffchen” belohnt, in der Klaase D für moderne Schiffe. Das Boot selber habe ich in den vorherstehenden Rubriken schon vorgestellt, wie auch die vielen anderen, die in meiner bisherigen minisail-Zeit gebaut wurden.

Lahr siegerehrung2

Zum 3. Wettbewerb ging es dann 1989 nach Kassel. Hier konnte ich wieder meinen Pokal verteidigen. Bilder habe ich keine, aber wenn ich mich recht erinnere, war es an diesem Wochenende sehr heiß. Oder war es ein andermal, denn in Kassel waren wir zu einem weiteren Treffen organisiert von Rainer Lauhöfer.

Der 4. Wettbewerb fand dann 1990 am Fühlinger See statt. Es waren mehr als 50 Teilnehmer erschienen - eine kaum zu bewältigende Menge - viel Arbeit für die Veranstalter mit Gerd Neumann und Mitglieder des Solinger Modellbau Clubs. Nochmals war es mir vergönnt mit der Container das Goldschiffchen zu erobern.

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offensichtlich gab es damals noch keinen Steg

Den 5. Wettbewerb organisierte unser Obmann Gerd Neumann selbst in Niedermoos an seinem Heimatsee

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bei Gerd ging es immer lustig zu, manchmal mußte man aber auch unters Zelt und einmal aus dem Zelt flüchten wegen Überschwemmung,gesegelt wurde natürlich auch, denn dazu sind wir doch hingefahren, doch zum Schluß gabs es immer Pokale !

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1992 mußten wir wieder weit fahren, denn diesmal fand der 6. Wettbewerb in Lübeck statt.

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wir hatten Container und Dream mitgenommen, doch diesmal gewann Reiner Lauhöfer den Wanderpreis und weil es der letzte Wettbewerb sein sollte, durfte er ihn behalten.

Nach Abschluß dieser Wettbewerbsserie um den Wanderpreis des Deutschen Schiffahrtsmuseums war man sich mit allen teilnehmenden Gruppen einig, dass es künftig KEINE derartigen Veranstaltungen mehr geben sollte. Man war zu der Erkenntnis gekommen, dass diese Art von Modellen, der Arbeitsaufwand, die Ausführung und das Segeln nicht gerecht verglichen und damit auch nicht richtig bewertet werden konnte.

Aber dennoch sind wir zu vielen weiteren minisail-Treffen gefahren, alle bekomme ich sicher nicht zusammen. wir waren an manchen Orten ja auch mehrmals und die vielen tausend Bilder kann ich auch kaum sortieren - dennoch der nächste Versuch >>> weitere Treffen

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