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aktualisiert am: 21.05.2018  

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Legenden

Colin Archer 1832 - 1921

Colin Archer wurde 1832 als Sohn schottischer Eltern in Larvik, Norwegen, geboren. Nach seiner Schulzeit mit 16 Jahren arbeitete er auf einer kleinen, lokalen Werft. 1850 wollte er nach Australien auswandern. Jedoch seine Reise führte nach Panama und von dort nach Norden, wo er 2 Jahre als Goldsucher sich versuchte. 1852 ging es dann weiter nach Hawai. Hier hatte einer seiner Brüder eine Farm. Nach kurzem Aufenthalt segelte er dann weiter nach Australien wo Brüder von ihm eine Schafsfarm betrieben. Hier arbeitete er eine Zeit lang. Doch 1861 kehrte er wieder nach Hause zurück. Hier entdeckte er wieder seine Liebe zur See und begann kleine Boote zu konstruieren und zu bauen. Seine Kenntnisse erwarb er sich in einem “Selbststudium”. Nach einigen Jahren war er weit über die Landesgrenzen bekannt. Die Erfolge seiner Rettungsboote machten ihn zu einer bekannten Persönlichkeit. Sein berühmtestes Werk war wohl die “FRAM” mit der Fridtjof Nansen 1893 seine etwas missglückte Polarexpedition unternahm. Die Fram war ein hölzerner Dreimaster, 39 m lang, 11 m breit, 4,7 m Tiefgang und eine Verdrängung von ca. 800 t. Das Schiff hatte einen ungewöhnlich runden, dreifach beplankten und mehrfach verstärkten Rumpf. Es sollte sich wenn die Eismassen dagegen drückten herausheben um so die Zerstörung zu vermeiden. Nansen hatte nämlich vor sich im Packeis einfrieren zu lassen und mit der Drift näher an den Pol zu gelangen. Nach 22 Monaten setzte Nansen jedoch die Reise zum Pol mit Hundeschlitten fort, da die Fram wohl nie den Pol erreicht hätte. Die Fram landete auf Franz Josef Land und wurde 1896 geborgen. Heute kann die Fram in Oslo im Schiffahrtsmuseum besichtigt werden. Da das Schiff den Eismassen widerstanden hat, trug seine Konstruktion wesentlich zum Erfolg von Colin Archer bei. Archer Boots-Palette reichte von schnellen Yachten bis hin zu den Lotsen- und Rettungskuttern durch die er hauptsächlich bekannt wurde. Der spezielle Archer-Typ ist der weit ausladende Spitzgatter mit Kuttertakelung, auch gebaut als Fahrtenyacht, die sich für damalige Verhältnisse durch gute Geschwindigkeit und Seegängigkeit auszeichneten. Auch heute existieren noch einige seiner Yachten und von den Rettungskuttern gibt es auch ein paar Neubauten genutzt als Fahrtenyacht. - Aber auch als Modellbauobjekt sind seine Boote sehr beliebt.

Das typische Archer-Boot:

Segelplan
Linienriß

Nathanael G. Herreshoff 1848 - 1938

Nathanael Greene Herreshoff wurde 1848 als Farmerssohn gebohren. Er wuchs in Bristol und kam hier schon sehr früh mit der Seefahrt in Berührung. Denn seine ganze Familie beschäftigte sich mit dem Bootsbau. Auch starten von Bristol aus in den Wintermonaten die Walfangboote. Nach Schule und Studium arbeitete er als Zeichner und konnte bei Konstruktion und Bau vieler verschiedener Boote gute Erfahrungen sammeln. Auch machte er noch ein Studium für Dampfmaschinen, da zu dieser Zeit bei größeren Booten immer mehr Dampfmaschinen eingebaut wurden.

Eine eigene Werft gründete Nathanael Herreshoff dann 1878. Hier baute er Dampfbetriebene Boote, für die US-Wehrmacht Torpedoboote und bis zu 50 m lange Segelyachten. Die Boote waren aus Holz, Stahl und hatten zum Teil auch Rümpfe aus Bronze. Durch seine über 60-jährige Tätigkeit und dem Erfolg seiner Boote sowie die vielen Erneuerungen im Yachtsport gelangte sein Ruhm weit über die Landesgrenzen hinaus.

Seinen größten Erfolg errang er sicherlich mit dem Bau der 5 erfolgreichen Regattayachten um den America’s Cup, von 1893 bis 1920. Diese Namen wie Vigilant, Defender, Columbia, Reliance und Resolute sind sicherlich jedem Modellbauer bekannt. Hierbei legte er besonders Wert auf den Bau von leichten Rümpfen, die dann einen größeren Ballastanteil tragen konnten. Hierdurch waren seine Boote schneller als die Konkurenten. Überhaupt legte er bei allen seinen Booten mehr Wert auf Funktionalität als auf Schönheit.
 

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 Nach Entwürfen einer America-Cup-Yacht

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Max Oertz 1871 - 1929

Max Oertz wurde 1871 in Neustadt bei Lübeck geboren. Hier in Neustadt wurde seine Liebe zum Wassersport geboren und nach dem Abschluß seiner Schule mit Abitur ließ er sich an der technischen Hochschule in Berlineintragen. In Berlin wurde er auch Mitglied im Akademischen Seglerverein, was bedeutend zu seiner weiteren Entwicklung beitrug. Nach seinem Studium wurde er von dem Yachtkonstrukteur “Stahl” nach Petersburg eingeladen. Hier arbeitete er einige Jahre erfolgreich als Konstrukteur bis er 1896 nach Hamburg zurückkehrte und eine eigene Werft gründete. Diese Werft entwickelte sich durch seine Erfolge mit dem Bau von Rennyachten zu einer Weltbekannten Bootswerft. Auch legte Oertz großen Wert auf erstklassige Ausführung seiner Yachten. So wurde er auch beauftragt für den deutschen Kaiser die Schoner-Yacht METEOR IV und V zu konstruieren. Ebenso für Krupp die Rennyacht GERMANIA, die zu ihrer Zeit als eine der schnellsten und erfolgreichsten Schiffe galt. Aber auch kleine Schwert- und Kieljollen sowie jede Menge Fahrtenschiffe gehörten zu seinen Aufgabensgebieten. Nach dem Krieg 1918 widmete er sich auch dem Motorschiffsbau und er baute eine Reihe Fischereifahrzeuge. Auch einige Flugzeuge mit strömungsgünstigen, aerodynamischen, freitragenden, selbststabilisierenden V-förmigen Tragflächen gehörten zu seinen Erfindungen. Eine weitere Erneuerung waren die an seinen Wasserflugzeugen angebrachten stufenförmigen Schwimmer. Max Oertz konstruierte und baute eine vielzahl von Booten und seine Werke und weitere Erfindungen trugen in großem Maße zur Entwicklung im Yachtbau und Flugzeugbau bei.

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Entwurf von Max Oertz einer kleinen Binnen-Yacht mit Hilfsmotor von ca. 9 m Länge und einer Segelfläche von ca. 52 m².

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Arthur Tiller 1884-1957

Artur Tiller zählte zu den berühmten deutschen Schiffsbaukonstrukteure seiner Zeit. Seine Konstruktionen reichten vom Großschiffbau bis zur kleinen Modellrennyacht.  Er wurde 1884 in Anklam geboren. Mit 15 Jahren, begann er eine Lehre bei der Schichau-Werft in Elbing und danach arbeitete er viele Jahre bei verschiedenen Werften unter anderem bei Blohm & Voss. Zuletzt bei der Werft von Fritz Noglo mit der er später nach Berlin zog.

In Berlin machte Tiller sich 1920 als Yachtkonstrukteur selbstständig. 1924wurde er Mitglied des Berliner Segler- Club (BSC). Viele seiner Entwürfe wurden zu diesem Zeitpunkt auf der Buchholz Werft realisiert, welche sich auf dem Gelände des BSC befand. Er hat Yachten aller Art entwickelt, meist Fahrtenyachten, aber auch Rennyachten, Jollen, Segelkanus und viele Motorboote aller Größen. Bedingt durch Inflation und wirtschaftliche Krisen der Weimarer Republik widmete er sich besonders den kleinen deutschen Klassen, wie die 35er und 45er. Diese waren zu der Zeit sehr beliebt. Insgesamt konstruierte er über 300 Yachten. Seine Entwürfe wurden nicht nur in Berlin gebaut, sondern auch auf anderen Werften und teilweise sogar im Ausland. Er selbst besaß den 1927 gebauten 8-Meter-Kielkreuzer „Kullerchen“und den Nationalen 40 m²-Seefahrtkreuzer „Hamburg“. Überhaupt war er nicht nur der Konstrukteur am Reißbrett. Er ließ es sich nicht nehmen, bei vielen der von ihm entworfen Boote selbst Trimm- und Probefahrten durchzuführen.

Tiller betätigte sich aber auch als Schriftsteller und veröffentlichte regelmäßig Artikel in der Zeitschrift „YACHT“. Er schrieb Bücher über Yachtbau, Wassersport, Segeln und brachte eine ganze Reihe von Heften mit Rissen über Modell-Segelyachten heraus. Auch hielt er Vorträge vor der Schiffsbautechnischen Gesellschaft Berlin.  

Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs arbeitete er in Berlin. Dann wurde er 1942 dienstverpflichtet und blieb mit seiner Frau bis Kriegsende im Elsass. 1946 nahm er ein Angebot der amerikanischen Besatzungsmacht an und ging mit einer Gruppe Wissenschaftler nach New York. Dort arbeitete er 3 Jahre für die US Navy, danach wurde nach Buenos Aires verpflichtet. Hier  sollte er für die argentinische Marine ein Schulschiff mit einer Wasserlinienlänge von 80 Metern konstruieren woran er sechs Jahre arbeitete. 1953 erfolgte die Kiellegung des Schulschiffs „Buque Escuela“, und bis zum Stapellauf im Jahr 1956 war Tiller damit beschäftigt, den Bau des Schiffs zu beaufsichtigen. 1956 kam er dann wieder nach Deutschland. Jedoch sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend, und er starb im Februar 1957.

Seine Frau Annie Tiller managte weiterhin sein Büro und verkaufte seine Baupläne und Bücher. Heute verwaltet den Nachlaß von Arthur Tiller das Yachting-Heritage-Centre in Flensburg . Yachtmodelle, Fotos, Pläne, Korrespondenz und Bücher befindet sich dort und können eingesehen werden.

Das Yachting-Heritage-Centre von Robbe und Berking unterhält neben seiner Werft eine der größten Bibliotheken über Schiffsbau mit weit über 8000 Büchern. Besucher in der Werft sind sehr willkommen.

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Ein typischer Tiller-Yacht-Entwurf, kennzeichnend dafür war das lang überhängende Heck an fast allen seiner Konstruktionen. Sicher einem Trend der damaligen Zeit folgend. Achtung: Der Segelriß ist nicht identisch mit dem Linienriß.

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Ocean- Fastnet-Race, America’s- Admiral’s Cup

Viel zu lesen, in jeder Menge Bücher und sonstigen Dokumentationen, gibt es über diese Segelwettbewerbe. Deutsche Segler wie Meteor- und Germania-Yachten gerieten da schon in Vergessenheit durch die Erfolge der Amerikaner um den America’s Cup. Doch hier spielte wohl zuletzt das Geld eine große Rolle, wie sonst konnte eine Nation die keine Meeresanbindung hat mit ihren Cat-Konstruktionen den America’s Cup gewinnen.

Von 1957 bis 2003 wurde der Admiral’s Cup ausgetragen. Er war einer der bedeutendsten Segelwettbewerbe für Hochseeyachten und galt auch als inoffizielle Weltmeisterschaft im Hochseesegeln.
Hier galten neue Vermessungsvorschriften, so konnten kleine und größere Boote gegeneinander antreten. Durch diese Regeln entstanden aber auch etwas kuriose Konstruktionen mit sehr leichten Rümpfen, geringen Wasserlinienlängen, Überhängen, großer Breite sowie riesige Segelflächen gemessen an der geringen Verdrängung. Nur durch den Gewichtsausgleich der Mannschaft auf der hohen Kante waren diese Boote segelbar. Doch gerade bei diesen Regatten konnten sich bei einigen Austragungen deutsche Boote durchsetzen. So kamen Namen wie Rubin, Pinta und Container zu Weltruhm. Die meisten dieser Boote wurden von dem Konstruktionsbüro Judel/Frolijk & Co gezeichnet. Damit konnten sich auch in neuerer Zeit wieder deutsche Konstrukteure einen Namen machen.

Erfolge der deutschen Boote: 1973 1.Platz, 1975 2. Platz, 1981 3.Platz, 1983 1.Platz, 1985 1.Platz, 1993 1.Platz, 1995 3. Platz, 1997 2. Platz
 

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Beispiel einer 40 foot Yacht: LüA 12 m, LWL 9,6 m, Breite 3,8 m, Tiefgang 2,2 m, Verdr. 5,6 t, Ballast 3 t, Segelfläche 80 m²

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rubin

Rubin

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Pinta

container

Container    Fotos: Schütz

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